Was hat unsere Kleidung mit Umweltschutz zu tun?


Station: Second Hand Shop in Wiesloch
Thema: An dieser Station besprechen wir Umweltprobleme, die sich bei der Herstellung von Kleidung ergeben.

Betrachtet zunächst eure eigene Kleidung. Vermutlich tragt ihr Jeans und intensiv gefärbte T-Shirts oder Pullover.
Aus was besteht die Kleidung und wie wird sie hergestellt? Seht nach, ob ihr auf einem Etikett an eurer Kleidung die Bestandteile eurer Kleidung ablesen könnt.
An dieser Station könnt ihr lernen, was eure Kleidung mit Umweltschutz zu tun hat und auf was ihr hier achten solltet.


Eine Frage vorab:

Schätzt einmal, wieviel Wasser für die Herstellung eines T-Shirts eingesetzt werden muss.

  • 20 Liter
  • 100 Liter
  • 2000 Liter und mehr

Die Antwort auf diese Frage findet ihr im folgenden Text!

 

Aus was wird Kleidung hergestellt?

Kleidung wird heute überwiegend aus Baumwolle (engl. cotton), Kunstfasern oder aus einer Mischung von beidem hergestellt. Wolle von Tieren wie Schafen, Lamas oder Kamelen etc. wird dagegen nur noch selten genutzt.

 

Umweltprobleme bei Kunstfasernutzung

Kunstfasern sind Kunststoffe, zu deren Herstellung Öl verwendet wird. Dass die Ölförderung, der Öltransport und Ölverbrauch eine hohe Umweltbelastung darstellen, wisst ihr vermutlich schon. Denkt nur an ein Tankerunglück und was passiert, wenn sich ein Ölteppich über Pflanzen und Tiere im Meer und am Strand ausbreitet.

Ölverklebter Vogel am Strand nach einem Tankerunglück

Wie sieht es aber mit der Baumwolle aus?

 

Was ist Baumwolle?

Baumwolle wächst als Busch oder kleiner Baum in den Tropen. Die Baumwollpflanze hat eine schöne gelbe Blüte. Aus der Blüte entwickelt sich dann die Baumwollfrucht. Es ist eine Kapsel, die aufspringt, wenn sie reif ist. Aus der Kapsel quillt weiße Watte heraus, aus der sich Wolle herstellen lässt. Baumwolle wird u.a. verwendet  für Jeans, T-Shirts, Handtücher und Unterwäsche.
Aufgeplatzte Baumwollblüten

 

Baumwollanbau in Monokulturen

Um Kleidung herzustellen, wird Baumwolle in der Regel in Monokultur angebaut. Eine Monokultur ist ein einseitiger Anbau nur einer Pflanzenart auf großen Flächen.
In Monokulturen finden die meisten Tierarten weder Unterschlupf noch Nahrung. Dort können sie nicht leben. Motten, Käfer und Würmer können sich dagegen sehr gut ernähren und werden nicht von ihren natürlichen Feinden gefressen. Daher wird Insektenvernichtungsmittel eingesetzt. Das Spritzen vergiftet im Laufe der Zeit den Boden und das Wasser. Die Natur gerät aus dem Gleichgewicht.

 

Biolandwirtschaft als Mischkulturen

In Mischkulturen dagegen wird Baumwolle zwischen Obst und Gemüse angebaut. Hier herrscht große Artenvielfalt, das heißt, dass viele Tiere hier einen Lebensraum finden, also eine Umgebung, in der sie leben und sich wohl fühlen können. Schädlinge verbreiten sich nicht so schnell wie in Monokulturen. Leider ist diese Form des Anbaus nur sehr selten anzutreffen.

 

Baumwollanbau

Baumwolle wird häufig auf großen Plantagen angebaut. Dort sind die Arbeitsbedingungen meist sehr hart und die Arbeiter bekommen für viel Arbeit wenig Geld, oft zu wenig, um sich und die eigene Familie zu ernähren. Daher arbeiten dann bereits Kinder in den Plantagen mit. Viele Arbeiter werden wegen der giftigen Chemikalien und der harten Arbeit krank.

 

Herstellung von Kleidung

Zum Herstellen von Kleidung arbeiten häufig Frauen und Kinder unter schlechten Arbeitsbedingungen. Sehr bekannt ist der Einsturz eines Hochhauses in Dhaka in Bangladesch im April 2013, bei dem über hundert Menschen starben und viele weitere verletzt wurden. In diesem baufälligen Haus arbeiteten Näherinnen für sehr geringen Lohn, um Billigkleidung zum Verkauf in Europa und den USA herzustellen.
Einsturz Hochhaus in Dhaka

Bei der Herstellung von Kleidung wird u.a. zum Färben eine große Wassermenge eingesetzt. Nur um ein T-Shirt herzustellen, werden ca. 2.700 Liter Wasser verbraucht, manchmal noch wesentlich mehr. Auch dies belastet die Umwelt erheblich.

 

Kinderarbeit

Wenn Kinder schon früh zu arbeiten beginnen, können sie nicht in die Schule gehen und erhalten keine Ausbildung. Daher haben sie keine Chance, einen besseren Beruf auszuüben und bleiben ein Leben lang arm. Beim Anfertigen von Kleidung wie T-Shirts oder bei der Arbeit auf Plantagen sind sie giftigen Gasen oder anderen giftigen Chemikalien ausgesetzt. Das macht sie krank, so dass viele bereits als junge Erwachsene sterben.

 

Siegel für Textilien

Man kann auch Kleidung kaufen, die unter besseren Bedingungen für die Arbeiter und für die Umwelt hergestellt werden. Solche Kleidung ist häufig etwas teurer. Siegel in Kleidungsstücken weisen darauf hin, wenn bei der Herstellung auf diese Bedingungen geachtet wurde. Solche Siegel sind z.B.

Fairtrade

In Deutschland gibt es dieses  Siegel seit 2008. Baumwoll-Bauern erhalten einen Mindestpreis für ihre Baumwolle. Diese ist stets frei von Gentechnik und wurde ohne Verwendung besonders gefährlicher Pestizide hergestellt. Für die Weiterverarbeitung müssen menschenwürdige Arbeitsbedingungen sichergestellt sein.
Fairtrade Siegel

Blauer Engel

Dieses Siegel wurde 1987 zunächst nur für Altpapier eingeführt. Seit 2011 gilt das Siegel auch für Textilien. Kleidung, die das Siegel tragen darf, wird auf viele giftige Substanzen geprüft. Leider ist das Siegel noch nicht weit verbreitet.
Der Blaue Engel 

 

Kleidung länger nutzen

Man kann die Umweltprobleme, die auf Kleidung beruhen, verringern, indem man Kleidung länger nutzt. Das kann beispielsweise bedeuten, dass man darauf  verzichtet, Kleidung durch neue zu ersetzen, nur weil sie nicht mehr modisch ist. Oder man nutzt die Möglichkeit, Kleidung in einem Second-Hand Laden oder auf  Flohmärkten zu erwerben.

 

Eisbär-Tipp:

Der Eisbär-Tipp


Aufgabe:

Besucht Geschäfte, in denen Kleidung verkauft wird, und sucht an der Ware nach Siegeln zur Herstellung der Kleidung, also z.B. nach dem Fair Trade-Siegel. Fragt die Verkäufer, ob sie solche Ware führen und was sie über diese Siegel wissen!

 

Wer mehr wissen will …

kann auf dieser Internet-Seite weiterlesen:

News

Kann die Natur Plastik zersetzen?

Wer kennt das Bild nicht: eine Wiese im Wald, ein Strand, ein Berggipfel, wunderschön gelegen mit herrlicher Aussicht: nur überall liegt Müll herum, vorallem Plastik.

 

Wesentlicher Grund dafür ist, dass Plastik nicht oder nur sehr langsam von der Natur wieder abgebaut wird. Im günstigsten Fall wird es in kleine Teilchen zerrieben. Selbst nach mehreren hundert Jahren wird Plastikmüll - wenn einmal achtlos weggeworfen - an dieser Stelle liegen.

Bereits 2011 hat ein Forschungsteam eine Entdeckung veröffentlicht, die hier Hoffnung auf eine Verbesserung aufkommen lässt: es wurde ein Pliz gefunden, der zumindest eine Sorte Plastik, Polyurethane, frisst und damit abbaut. Der Artikel der Dschungelpilz, der Plastik frisst, erschienen im Blog des Forschungs-Instituts Frauenhofer-Gesellschaft berichtet darüber und nennt die ursprüngliche Quelle in einer Fachzeitschrift.

Vor wenigen Tagen wurde nun eine weitere Veröffentlichung bekannt: ein japanisches Forschungsteam hat ein Bakterium mit dem wissenschaftlichen Namen Ideonelle sakaiensis endeckt, das sich gerne und hauptsächlich von PET, einer weiteren weit verbreiteten Plastik-Sorte ernährt. (Darüber hat das ZEITmagazin im Artikel Lieblingsessen Plastik am 11.03.2016 berichtet).

Bis zu einer technischen Nutzung zum Abbau von Plastik-Müll ist noch ein weiter Weg. Nun scheint aber ein Weg offen, wie die Menschheit in Zukunft das Problem Plastikmüll in den Griff bekommen kann.

 

 

Umwelttipp

Alle Stecker ziehen!

Es gibt zu viele Geräte, die selbst im scheinbar ausgeschalteten Zustand Strom benötigen. Als Sofortmaßnahme ist ein Ziehen von allen Steckern ratsam. Der Stromzähler sollte sich danach merklich langsamer drehen. Steckdosenleisten mit Hauptschalter helfen ebenfalls dabei, den Stromverbrauch wegen Stand-By zu reduzieren!

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