Palmöl – ein ernsthaftes Problem


Station: Stadtmitte
Thema: An dieser Station sprechen wir über Probleme, die durch die Verwendung von Palmöl in Lebensmitteln entstehen.

Habt ihr schon einmal nachgeschaut, was in den Lebensmitteln, die ihr täglich esst, enthalten ist? Vielleicht ist euch dann bereits der Aufdruck Palmöl oder Palmfett aufgefallen, gelegentlich auch als pflanzliches Öl oder pflanzliches Fett bezeichnet.
An dieser Station könnt ihr lernen, warum Palmöl in unseren Lebensmitteln aus Umweltschutzgründen schädlich ist und warum es trotzdem verwendet wird.

 

Eine Frage vorab:

Schätzt einmal, wie viel Prozent der Palmölproduktion nachhaltig Palmöl anbaut:

  • 71%
  • 34%
  • 16%

Die Antwort auf diese Frage findet ihr im folgenden Text.

 

Aus was wird Palmöl hergestellt?

Palmöl wird aus den Früchten der Ölpalme gewonnen. Ölpalmen werden bis zu 30m hoch und können 3000 bis 6000 orangefarbene walnussgroße Früchte tragen. Diese wachsen in „Büscheln“ zu je ca. 1500 Früchten mit einem Gewicht von bis zu 50kg pro „Büschel“. Ölpalmen sind mit den Kokospalmen verwandt und die ertragreichste Pflanze zur Ölgewinnung.

Ölpalme und Früchte

 

Vorkommen

Die Ölpalme stammt ursprünglich aus Westafrika (Golf von Guinea). Heute ist sie in allen tropischen Gebieten verbreitet und wird vor allem in Malaysia und Indonesien angebaut.

 

Anbau in Monokulturen

Die Ölpalmen werden heute überwiegend in Monokultur auf großen Plantagen angebaut (einseitiger Anbau nur einer Art über eine große Fläche). In diesen Gebieten finden dann kaum noch Tiere etwas zu fressen und einen Unterschlupf, da über große Flächen hinweg so gut wie nur eine Pflanze als Nahrungs- und Versteckmöglichkeit dient. Zudem werden große Mengen an Schädlingsbekämpfungs- und Düngemitteln benötigt, da Schädlinge so keine natürlichen Fressfeinde mehr haben. Diese Spritzmittel vergiften Boden und Grundwasser.

 

Auswirkungen auf das Klima

Für die Anlage von Palmölplantagen werden große Gebiete an Regenwald gefällt. Manche Palmölplantagenbesitzer gehen sogar so weit, dass sie, um nicht entdeckt zu werden, Gebiete, die mitten im Regenwald liegen, abholzen, um dann dort Ölpalmen anzubauen. Dabei verlieren viele Tier- und Pflanzenarten ihren Lebensraum. Hinzu kommt, dass bei der Abholzung des Regenwaldes Treibhausgase freigesetzt werden.
In den Küstenregionen Indonesiens gibt es Torfmoorböden. Diese beinhalten 50% mehr CO2 als  normale Regenwaldböden und setzen bei dieser Bewirtschaftung ihr CO2  in die Atmosphäre frei.

 

Arbeitsbedingungen in Palmölplantagen

Ein weiterer Nachteil der riesigen Palmölplantagen sind schlechte Arbeitsbedingungen: Zum einen werden die Arbeiter schlecht bezahlt und müssen häufig Schichtarbeit leisen. Zum anderen sind viele Arbeiter nur Saisonarbeiter und haben daher keine feste, regelmäßige Arbeit.
Um ihre Familien zu ernähren, müssen Kinder auf den Plantagen arbeiten und haben so keine Chance eine ordentliche Schulausbildung zu bekommen, aus der vielleicht ein Leben außerhalb von schlecht bezahlter, harter Arbeit folgen würde.

 

Nutzung

Palmöl ist in fast allen Süßigkeiten, in Schokolade, in Chips, in Eiscreme, in Margarine, in Kuchen, in Keksen, in Suppen und Saucen, in Brötchen und in anderen Fertigprodukten enthalten. Aber auch außerhalb der Nahrungsmittelindustrie wird es z.B. in Wasch- und Putzmitteln, in Seifen, in Sonnenmilch und in Kosmetikprodukten verwendet. Palmöl ist zudem in Kerzen, Farben und Lacken ein Inhaltsstoff. Aus dem Holz der Ölpalme werden Bretter hergestellt.

 

Vorteile in der Nutzung

Palmöl ist das billigste Pflanzenöl und so für viele Firmen eine gute Alternative zu chemischen Ölen. Ohne Palmöl wären in unseren Wasch- und Putzmitteln deutlich mehr chemische Öle enthalten. In vielen Regionen ist Palmöl zudem ein nicht zu ersetzendes Hauptnahrungsmittel, das dazu beiträgt Armut zu bekämpfen.

 

Nachhaltiger Palmölanbau

Trotz der oft aus ökologischer Sicht schlechten Anbauweise von Palmöl, gibt es auch vor allem Kleinbauern, die nachhaltig angebautes Palmöl produzieren. 16% der Palmölproduktion wird größtenteils nachhaltig produziert. Auch viele Lebensmittelunternehmen stellen auf nachhaltig angebautes Palmöl um.

 

Koala- Tipp:
Der Koala-Tipp

Aufgabe:

Geht in einen Supermarkt und sucht 3 Produkte, in denen Palmöl enthalten ist und 3 Produkte, in denen kein Palmöl enthalten ist.

 

Wer mehr wissen will …

kann auf dieser Internetseite nachlesen:

News

Kann die Natur Plastik zersetzen?

Wer kennt das Bild nicht: eine Wiese im Wald, ein Strand, ein Berggipfel, wunderschön gelegen mit herrlicher Aussicht: nur überall liegt Müll herum, vorallem Plastik.

 

Wesentlicher Grund dafür ist, dass Plastik nicht oder nur sehr langsam von der Natur wieder abgebaut wird. Im günstigsten Fall wird es in kleine Teilchen zerrieben. Selbst nach mehreren hundert Jahren wird Plastikmüll - wenn einmal achtlos weggeworfen - an dieser Stelle liegen.

Bereits 2011 hat ein Forschungsteam eine Entdeckung veröffentlicht, die hier Hoffnung auf eine Verbesserung aufkommen lässt: es wurde ein Pliz gefunden, der zumindest eine Sorte Plastik, Polyurethane, frisst und damit abbaut. Der Artikel der Dschungelpilz, der Plastik frisst, erschienen im Blog des Forschungs-Instituts Frauenhofer-Gesellschaft berichtet darüber und nennt die ursprüngliche Quelle in einer Fachzeitschrift.

Vor wenigen Tagen wurde nun eine weitere Veröffentlichung bekannt: ein japanisches Forschungsteam hat ein Bakterium mit dem wissenschaftlichen Namen Ideonelle sakaiensis endeckt, das sich gerne und hauptsächlich von PET, einer weiteren weit verbreiteten Plastik-Sorte ernährt. (Darüber hat das ZEITmagazin im Artikel Lieblingsessen Plastik am 11.03.2016 berichtet).

Bis zu einer technischen Nutzung zum Abbau von Plastik-Müll ist noch ein weiter Weg. Nun scheint aber ein Weg offen, wie die Menschheit in Zukunft das Problem Plastikmüll in den Griff bekommen kann.

 

 

Umwelttipp

Zimmertemperatur senken!

Beim Heizen wird viel Energie verbraucht. Deshalb hilft es, Zimmer nicht zu stark zu heizen. 20°C reichen aus. Gegen die Kälte kann man sich immer auch wärmer anziehen.

 

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