Seltene Amphibien in Wiesloch


Station: Gerbersruhpark
Thema: An dieser Station sprechen wir über seltene Amphibien und wie man sie in Wiesloch schützen kann.


Vor euch seht ihr einen Brunnen im Gerbersruhpark. Verhaltet euch leise und beobachtet genau, ob ihr hier Tiere entdecken könnt. Mit etwas Glück könnt ihr eine kleine Entdeckung machen.
 

Eine Frage vorab:

Welche Lurche kennt ihr? Habt ihr schon von Fröschen, Kröten, Salamandern, Molchen oder Unken gehört? Könnt ihr sie unterscheiden?
Ratet einmal, wie viele Amphibien-Arten in Deutschland heimisch sind!
Die Antwort auf diese Frage findet ihr im folgenden Text!

 

Seltene Amphibien in Wiesloch

Hat euch schon einmal jemand auf seltene Tier- und Pflanzenarten hingewiesen? Vielleicht denkt ihr zunächst an Tierarten, von denen allgemein bekannt ist, dass sie vom Aussterben bedroht sind, wie verschiedene Tigerarten oder Orang-Utans, die weit weg im Dschungel oder in fernen Wäldern leben. Aber auch in Deutschland gibt es bedrohte Tierarten und selbst in Wiesloch könnt ihr diese beobachten. Eine bedrohte Tierart, die wir in Wiesloch finden können, ist die Wechselkröte.

 

Wechselkröte

Wechselkröten erreichen eine Größe von bis zu neun Zentimetern, sie weisen eine helle Färbung mit grünen Flecken auf, am Bauch sind sie fleckenfrei, ihre Augen sind gelb bis grünlich und die Pupillen waagerecht.
Wechselkröte an Land     Wechselkrötenmännchen im Wasser

Wechselkröten essen gerne Ameisen, Spinnen, Käfer, andere Insekten, Regenwürmer und Schnecken. Ihre Jungtiere bevorzugen Pflanzenläuse, Milben und ähnliche Kleintiere.

 

Verbreitung und Lebensraum

Wechselkröten leben in trockenwarmen Gebieten mit lockeren Sandböden und offenen, wenig bewachsenen Flächen,
Wechselkröten kommen nur dort vor, wo sie ausreichende Versteckmöglichkeiten an Land sowie im Gewässer mit wenig oder keinen (Wasser-)Pflanzen finden.

Wechselkröten sind in Europa nur lückig verbreitet. In Deutschland fehlt die Art vor allem im Nordwesten komplett, besitzt aber im Osten Deutschlands noch einige stabile Vorkommen. In Wiesloch leben Wechselkröten im Gerbersruhpark ganz in unserer Nähe. Sie laichen in den Brunnen dieses Parks.

Verbreitung von Wechselkröten in Deutschland

Insgesamt leben in Deutschland zwanzig Amphibien Arten, darunter die bekannten Arten Erdkröte, Grasfrosch und Laubfrosch, aber auch unbekanntere wie der Alpen- und Feuersalamander, der Berg-, Teich- und Fadenmolch, die Gelbbauch- und Rotbauchunke, die Kreuzkröte, verschiedene weitere Frösche sowie die Geburtshelferkröte und die Wechselkröte.

 

Warum sind Wechselkröten selten?

Wechselkröten sind bedroht, weil viele Vögel (z. B. Krähen) sie fressen. Nur, wenn sie sich gut verstecken, haben sie eine Überlebenschance bei der Vielzahl natürlicher Feinde.

Außerdem werden die Gewässer, in denen die Kröten jedes Jahr laichen, häufig trocken gelegt und ihr Lebensraum wird bebaut. So wird der Mensch zu einem weiteren Feind der Wechselkröte.

Auf der Wanderung zu ihrem Laichgewässer und wieder zurück zum Winterquartier werden viele Kröten von Autos überfahren. Dabei sterben sie nicht nur, wenn sie unter die Reifen kommen, sondern auch, wenn ein Auto mit einer Geschwindigkeit von über 30 km/h über sie hinweg fährt. Denn unter einem schnell fahrenden Auto entsteht ein Unterdruck, der stärker wird, wenn das Auto schneller fährt. Durch den Unterdruck stirbt die Kröte, da ihre Innereien aus ihrem Mund drücken. 


Besondere Bedrohung in Wiesloch

In Wiesloch leidet die verbleibende kleine Population an Wechselkröten auch noch daran, dass Menschen ihnen versehentlich Schaden zufügen.
Es kommt immer wieder vor, dass der Laich von Wechselkröten von Kindern aus den Becken entnommen wird. Dies vermindert die Zahl der Kröten im Gerbersruhpark. Und selbst, wenn die Wechselkröten daheim aufgezogen und an einem anderen Tümpel ausgesetzt werden, überleben viele nicht, weil nicht alle Tümpel für Wechselkröten geeignet sind. Darüber hinaus laichen Wechselkröten nur an ihrem Geburtsgewässer. Dies ist in diesem Fall ein Problem, weil die Kröten ihre Heimat nicht mehr erreichen können.

Darum ist es strengstens verboten den Laich der Kröten aus Gewässern zu entnehmen. Auch wenn eine erwachsene Kröte aus dem Wasser genommen wird, kann diese leicht verletzt werden und an den Folgen sterben, daher sollte man auch dies unterlassen.

Ihr offizieller Status ist „streng geschützt“ nach dem Bundesnaturschutzgesetz. Streng geschützte Arten dürfen nicht gefangen, verletzt oder getötet werden. Es ist sogar verboten, sie durch Aufsuchen ihrer Lebensstätten zu beunruhigen.

 

Wechselkröten-Tipp:

Der Wechselkröten-Tipp
 
Aufgabe:

Angenommen, eine Wechselkröte legt Ende April 3000 Eier…
Schätzt einmal, wie viele erwachsene Wechselkröten davon sich im dritten Frühjahr wieder an ihrem Geburtsgewässer zur Paarung treffen.

  • 2000
  • 200
  • 20
  • 2

Antwort:
3000 Eier werden gelegt.
    200 Eier werden nicht befruchtet.
    500 Eier erfrieren.
    300 Eier werden gefressen.
2000 Eier werden zu Kaulquappen.
    1200 Kaulquappen werden gefressen.
800 Kaulquappen verlassen den Teich als Jungfrösche.
    300 Jungfrösche werden gefressen (oder durch den Menschen getötet).
500 Jungfrösche erleben den ersten Winter.
    498 Frösche sterben in den nächsten zwei Jahren (durch die oben genannten Feinde).
2 Frösche treffen sich im dritten Frühjahr zur Paarung.

 

Wer mehr wissen will …

kann auf dieser Internet-Seite weiterlesen:

  • NABU Deutschland: http://www.nabu.de/tiereundpflanzen/amphibienundreptilien/portrait/artenportraits/index.html

News

Kann die Natur Plastik zersetzen?

Wer kennt das Bild nicht: eine Wiese im Wald, ein Strand, ein Berggipfel, wunderschön gelegen mit herrlicher Aussicht: nur überall liegt Müll herum, vorallem Plastik.

 

Wesentlicher Grund dafür ist, dass Plastik nicht oder nur sehr langsam von der Natur wieder abgebaut wird. Im günstigsten Fall wird es in kleine Teilchen zerrieben. Selbst nach mehreren hundert Jahren wird Plastikmüll - wenn einmal achtlos weggeworfen - an dieser Stelle liegen.

Bereits 2011 hat ein Forschungsteam eine Entdeckung veröffentlicht, die hier Hoffnung auf eine Verbesserung aufkommen lässt: es wurde ein Pliz gefunden, der zumindest eine Sorte Plastik, Polyurethane, frisst und damit abbaut. Der Artikel der Dschungelpilz, der Plastik frisst, erschienen im Blog des Forschungs-Instituts Frauenhofer-Gesellschaft berichtet darüber und nennt die ursprüngliche Quelle in einer Fachzeitschrift.

Vor wenigen Tagen wurde nun eine weitere Veröffentlichung bekannt: ein japanisches Forschungsteam hat ein Bakterium mit dem wissenschaftlichen Namen Ideonelle sakaiensis endeckt, das sich gerne und hauptsächlich von PET, einer weiteren weit verbreiteten Plastik-Sorte ernährt. (Darüber hat das ZEITmagazin im Artikel Lieblingsessen Plastik am 11.03.2016 berichtet).

Bis zu einer technischen Nutzung zum Abbau von Plastik-Müll ist noch ein weiter Weg. Nun scheint aber ein Weg offen, wie die Menschheit in Zukunft das Problem Plastikmüll in den Griff bekommen kann.

 

 

Umwelttipp

CDs recyceln!

Manchmal findet man zu Hause alte CDs und DVDs, die kaputt sind oder die man nicht mehr braucht. Dann stellt sich die Frage, wohin damit. Das Schlechteste, das man machen kann, ist, die CDs einfach im Hausmüll zu entsorgen. Denn CDs und DVDs bestehen aus dem wertvollen Kunststoff Polykarbonat und einer dünnen Metallschicht, die sich beide sehr gut wiederverwenden lassen. Also bringt eure alten CDs und DVDs zu einer Sammelstelle. In Wiesloch gibt es die Möglichkeit diese am Rathaus, am Ottheinrich Gymnasium oder direkt bei der AVR abzugeben. Allerdings achtet darauf die CDs ohne Hülle einzuwerfen, da sonst das Polycarbonat nicht rein gewonnen werden kann.

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